Wofür diese Vorlage gedacht ist: Kontextbeobachtung ist eine Forschungsmethode, bei der man einer Person mit ihrer Einwilligung zusieht, wie sie eine echte Aufgabe dort erledigt, wo sie normalerweise stattfindet. Am Ende stehen Beobachtungsbögen, die jede Aufgabe, ihre Umgebung, das tatsächliche Handeln und die durch Notizen belegten Hindernisse beschreiben.
Wem sie hilft: Forschende, Prozessverantwortliche und Serviceteams, die vermuten, dass eine Aufgabe in Wirklichkeit anders erledigt wird als in der offiziellen Fassung.
Wann sie sich eignet
Wenn ein Prozess auf dem Papier gut aussieht, in der Praxis aber viel länger dauert.
Wenn Menschen eine Aufgabe so oft erledigt haben, dass sie ihre eigenen Schritte nicht mehr bemerken.
Wenn Interviews immer die offizielle Version liefern und eine andere vermutet wird.
So wird sie eingesetzt
Eine echte Aufgabe wählen und sie dort und dann beobachten, wo sie wirklich stattfindet.
Einwilligung der Person und ihrer Führungskraft einholen: beobachtet wird die Aufgabe, nicht die Person.
Unauffällig Platz nehmen und die ersten zehn Minuten schweigend zusehen.
Handlungen und Kontext sachlich notieren und nur in natürlichen Pausen kurz nachfragen.
Nur Hindernisse festhalten, die die Notizen belegen, und noch am selben Tag ausarbeiten.
Tipp: Früh kommen und spät gehen. Was kurz vor und nach der Aufgabe passiert, erklärt oft die Aufgabe selbst.
Herkunft und Quellen: Original-Arbeitsblatt und Texte von Tiremesù. Weiterführende Lektüre: 18F Methods https://github.com/18F/methods/tree/main/_methods
Vollständiger Leitfaden und Film:https://www.tiremesu.com/de/guides/contextual-observation