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Problem Framing-Vorlagen

Löse nicht das falsche Problem. Verwende die Problem Framing-Vorlage, um deine Stakeholder auf das 'Warum' abzustimmen, bevor du dich dem 'Wie' widmest, und stelle sicher, dass jede von dir entwickelte Lösung ein verifiziertes Nutzerbedürfnis oder ein Geschäftsziel erfüllt.

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Was ist eine Problem Framing-Vorlage?

Eine Problem Framing-Vorlage ist ein kollaboratives Framework, mit dem Grenzen, Auswirkungen und die „wahre Natur“ einer Herausforderung definiert werden, bevor Lösungsansätze brainstormt werden. Sie bringt ein Team von einer vagen Beobachtung (z. B. „Nutzer springen ab“) zu einer strukturierten Mission (z. B. „Wie könnten wir die Reibung im Checkout-Prozess für erstmalige Mobile-Nutzer reduzieren?“). Sie dient als Leitplanke gegen den „Lösungs-Bias“, bei dem Teams zum Bau von Apps übergehen, bevor sie die menschliche Herausforderung verstanden haben.

Das „Definition“-Audit: 3 Wege, ein Problem erfolgreich zu rahmen

Ein gut gerahmtes Problem ist halb gelöst. Bevor du deine Missionserklärung auf Miro finalisierst, wende diese drei Experten-„Health-Checks“ an:

1. Das „5 Whys“-Tiefen-Audit

Die Prüfung: Ist deine Problemstellung nur ein „Symptom“ (z. B. „Die Website ist langsam“)? Die Lösung: Prüfe auf Wurzelursachen. Verwende die „5 Whys“-Methode in deiner Vorlage, um den Ursachen genauer auf den Grund zu gehen. Wenn die Seite langsam ist, warum? Weil die Bilder zu groß sind. Warum? Weil kein Komprimierungstool vorhanden ist. Warum? Weil das Budget nicht eingeplant wurde. Wenn du das Problem als ein Problem der Ressourcenverteilung formulierst, führt das zu einer ganz anderen Lösung als nur „den Code zu beheben“.

2. Der „Wer, Was, Wo, Warum“-Test

Die Prüfung: Ist deine Problemstellung zu allgemein (z. B. „Kommunikation ist schwierig“)? Die Lösung: Prüfe auf Spezifität. Ein professioneller Rahmen muss folgende Fragen beantworten:

  • Who: Wer genau erlebt das Problem?

  • What: Welches konkrete Hindernis haben sie?

  • Where: In welchem Kontext oder Umfeld tritt das auf?

  • Why: Warum ist das für das Unternehmen oder den Nutzer wichtig? Wenn du diese vier Bereiche nicht füllen kannst, ist dein Problem ein "Thema", kein "Rahmen".

3. Der "How Might We" (HMW) Pivot

Das Audit: Ist dein Problem als "Beschwerde" statt als "Chance" formuliert? Die Lösung: Prüfe auf generative Sprache. Formuliere deine abschließende Problemstellung als How Might We-Frage. Eine gute HMW-Frage ist so offen, dass mehrere Lösungen möglich sind, aber so konkret, dass sie den Fokus setzt. (z. B., "HMW machen wir es beschäftigten Eltern leichter, die Gesundheitswerte ihres Kindes zu verfolgen?")

Strategische Frameworks: Welche Problemvorlage brauchst du?

Wähle die Miro-Vorlage, die zum Ausgangspunkt deines Projekts passt:

  • Die Problem-Statement-Vorlage:

    • Am besten für: Große, funktionsübergreifende Teams auf eine gemeinsame Mission ausrichten.

    • Ziel:Nutzer, Problem, Kontext und Auswirkung in einem einzigen visuellen Raster abbilden.

  • Der „Jobs-to-be-Done“ (JTBD)-Rahmen:

    • Am besten für: Produktinnovation und Priorisierung von Funktionen.

    • Ziel: Das Problem als „Job“ formulieren, den der Nutzer mit dem Produkt erledigen will (z. B. „Wenn ich [Situation] bin, möchte ich [Action], damit ich [Outcome] erreichen kann.“).

  • Die "Abstraction Ladder":

    • Am besten geeignet für: Wenn ein Team bei einem sehr engen technischen Problem feststeckt.

    • Das Ziel: "Up" die Leiter gehen (Warum?), um ein breiteres Problem zu finden, oder "Down" die Leiter gehen (Wie?), um eine konkrete technische Umsetzung zu finden.

Wesentliche Bestandteile einer Problem-Framing-Vorlage

Ein leistungsfähiges Miro-Board für Problem-Framing benötigt diese fünf Kernelemente:

  • Die Nutzer-Persona: Kurze Beschreibung der konkreten Person, die im Mittelpunkt des Problems steht.

  • Aktueller Zustand vs. Gewünschter Zustand: Visueller Vergleich von "Wie es jetzt ist" vs. "Wie es sein sollte."

  • Belegsammlung: Echte Daten, Nutzerzitate oder Screenshots, die zeigen, dass das Problem existiert.

  • Auswirkungs-Kennzahlen: Was passiert, wenn wir das nicht lösen? (z. B. entgangene Einnahmen, hohe Abwanderung, Sicherheitsrisiken).

  • Die finale "Problemstellung": Eine 1–2 Satz-Zusammenfassung, die als "North Star" für das Projekt dient.

Häufige Fallstricke beim Problem Framing

  • Die als Lösung getarnte Anforderung: Formulierung des Problems als "Wir brauchen einen KI-Chatbot."

    • Die Lösung: Entferne alle Erwähnungen von Technologie aus der Problemstellung. Das Problem ist "Nutzer finden nicht schnell Antworten", nicht "Uns fehlt KI."

  • Business Case ignorieren: Ein Problem formulieren, das Nutzer haben, das für das Unternehmen keine Rolle spielt.

    • Die Lösung: Stelle sicher, dass jeder Problemrahmen einen "Mehrwert für das Business" Abschnitt enthält, um die Investition zu rechtfertigen.