Zurück zu „Research & Design“

Problem Framing-Vorlagen

Löse nicht das falsche Problem. Mit der Problem Framing-Vorlage sorgst du dafür, dass deine Stakeholder beim 'Warum' abgestimmt sind, bevor du dich dem 'Wie' widmest, und stellst so sicher, dass jede Lösung einen verifizierten Nutzerbedarf oder ein Geschäftsziel erfüllt.

6 Vorlagen

Mehr erfahren

Was ist eine Problem-Framing-Vorlage?

Eine Problem-Framing-Vorlage ist ein kollaboratives Framework, das dazu dient, die Grenzen, die Auswirkungen und die „wahre Natur“ einer Herausforderung zu definieren, bevor Lösungsideen gesammelt werden. Sie bringt ein Team von einer vagen Beobachtung (z. B. „Nutzer springen ab“) zu einer strukturierten Mission (z. B. „Wie könnten wir Reibung im Checkout-Prozess für erstmalige mobile Nutzer reduzieren?“). Sie dient als Leitplanke gegen den „Lösungsbias“, bei dem Teams dazu neigen, sofort Apps zu bauen, bevor sie die menschliche Herausforderung verstehen.

Die „Definition“-Prüfung: 3 Wege, Probleme erfolgreich zu rahmen

Ein gut gerahmtes Problem ist halb gelöst. Bevor du deine Mission auf Miro finalisierst, wende diese drei „Experten-Checks“ an:

1. Die „5 Whys“-Tiefenprüfung

Die Überprüfung: Ist deine Problemstellung nur ein "Symptom" (z. B., "Die Website ist langsam")? Die Lösung: Prüfe auf Grundursachen. Verwende die Methode der "5 Whys" innerhalb deiner Vorlage, um tiefer zu graben. Wenn die Seite langsam ist, warum? Weil die Bilder zu groß sind. Warum? Weil kein Kompressionstool vorhanden ist. Warum? Weil das Budget nicht zugeteilt wurde. Die Formulierung des Problems als Problem der Ressourcenverteilung führt zu einer ganz anderen Lösung als einfach nur "den Code zu reparieren".

2. Der "Who, What, Where, Why" Test

Die Überprüfung: Ist deine Problemstellung zu allgemein (z. B., "Kommunikation ist schwierig")? Die Lösung: Prüfe auf Konkretheit. Ein professioneller Rahmen muss beantworten:

  • Wer: Wer genau erlebt das Problem?

  • Was: Welches konkrete Hindernis steht dir im Weg?

  • Wo: In welchem Kontext oder Umfeld tritt das auf?

  • Warum: Warum ist das für das Unternehmen oder den Nutzer wichtig? Wenn du diese vier Felder nicht ausfüllen kannst, ist dein Problem ein „Thema“, kein „Rahmen“.

3. Der „How Might We“ (HMW)-Pivot

Das Audit: Ist dein Problem als „Beschwerde“ statt als „Chance“ formuliert? Die Lösung: Prüfe auf generative Sprache. Formuliere deine abschließende Problemstellung als How Might We-Frage. Ein gutes HMW ist breit genug, um mehrere Lösungen zuzulassen, aber eng genug, um Fokus zu geben. (z. B. „HMW es beschäftigten Eltern erleichtern, die Gesundheitswerte ihres Kindes zu verfolgen?“)

Strategische Frameworks: Welche Problemvorlage brauchst du?

Wähle die Miro-Vorlage, die zum Ausgangspunkt deines Projekts passt:

  • Die Problem Statement Canvas-Vorlage:

    • Ideal für: große, funktionsübergreifende Teams, die sich auf eine gemeinsame Mission ausrichten.

    • Ziel: Um Nutzer, Problem, Kontext und Auswirkungen in einem einzigen visuellen Raster darzustellen.

  • Der "Jobs-to-be-Done" (JTBD)-Rahmen:

    • Ideal für: Produktinnovation und Priorisierung von Features.

    • Ziel: Das Problem als "Job" zu formulieren, den der Nutzer mit einem Produkt erledigen möchte (z. B. "Wenn ich [Situation] bin, möchte ich [Aktion], damit ich [Ergebnis].").

  • Die "Abstraction Ladder":

    • Am besten geeignet für: Wenn ein Team bei einem sehr engen technischen Problem feststeckt.

    • Ziel: Sich "nach oben" auf der Leiter bewegen (Warum?), um ein breiteres Problem zu finden, oder "nach unten" auf der Leiter gehen (Wie?), um eine konkrete technische Umsetzung zu finden.

Kernkomponenten einer Problem Framing-Vorlage

Ein leistungsstarkes Miro-Board für Problem Framing benötigt diese fünf Kernelemente:

  • Die Nutzer-Persona: Eine kurze Beschreibung der konkreten Person, die im Mittelpunkt der Herausforderung steht.

  • Aktueller Status vs. Erwünschter Status: Eine visuelle Gegenüberstellung von „So ist es jetzt“ vs. „So sollte es sein“.

  • Belege-Galerie: Echte Daten, Nutzerzitate oder Screenshots, die belegen, dass das Problem existiert.

  • Auswirkungs-Kennzahlen: Was passiert, wenn wir das nicht lösen? (z. B. entgangene Einnahmen, hohe Abwanderungsrate, Sicherheitsrisiken).

  • Die abschließende „Problemstellung“: Eine 1–2-sätzige Zusammenfassung, die als Leitstern für das Projekt dient.

Häufige Fallstricke beim Problem Framing

  • Die „Scheinlösung“: Das Problem so formulieren: „Wir brauchen einen KI-Chatbot.“

    • Die Lösung: Alle Erwähnungen von Technologie aus der Problemformulierung streichen. Das Problem ist: „Nutzer finden nicht schnell Antworten“, nicht „Uns fehlt KI“.

  • Den Business Case ignorieren: Ein Problem formulieren, das Nutzer haben, das für das Unternehmen aber nicht relevant ist.

    • Die Lösung: Stelle sicher, dass jeder Problemrahmen einen Abschnitt „Wert für das Business“ enthält, der die Investition rechtfertigt.